Erste Hilfe beim Grillunfall - So helfen Sie richtig

Veröffentlicht am 08.06.2017
Nur feste Grillanzünder und Brennpasten verwenden. Niemals flüssigen Brennstoff auf die heiße Kohle gießen.
Leider kommt es viel zu oft zu Unfällen beim Grillen...

DRK-Gesundheitstipps

 

Die Pfingstferien sind wie geschaffen für einen ausgedehnten Grillabend. Doch Vorsicht, jedes Jahr kommt es in Deutschland zu rund 4.000 Grillunfällen. Häufig sind schwere Verbrennungen die Folge. Sie können lebensbedrohlich sein. Das DRK erklärt, wie Sie bei einem Grillunfall richtig helfen.

Häufigste Ursache für einen Unfall am Grill ist der falsche Umgang mit
Brandbeschleunigern. Sie werden in die beginnende Glut gegossen, um den Grill
schneller anzuheizen. Dabei kann eine Stichflamme entstehen, die nicht nur die
Person am Grill verletzt, sondern auch auf Umstehende übergreifen kann.

Tipp 1: Bei schweren Verbrennungen Notruf 112 absetzen

Rufen Sie bei schweren und bei großflächigen Verbrennungen (mehr als ein
Unterarm) sofort den Rettungsdienst (Notruf 112). Besonders bei Verbrennungen
im Gesicht, oder wenn heiße Luft eingeatmet wurde, kann die Situation für den
Verletzten lebensbedrohlich werden. Verbrennungen verursachen erhebliche
Schmerzen, die der Notarzt durch wirksame Schmerzmittel begrenzen kann.

Tipp 2: Flammen am Körper löschen oder ersticken

Ersticken Sie in Brand geratene Kleidung, indem Sie eine Decke oder ein
großflächiges Kleidungsstück fest auf den Körper drücken und die Flammen vom
Kopf an abwärts ausstreichen. Vorsicht: Nutzen Sie auf keinen Fall eine Decke
aus Synthetik! Löschen Sie den Brand mit Wasser. Ist ein Feuerlöscher zur Hand,
dürfen Sie den Schaum niemals ins Gesicht spritzen. Der Einsatz erfolgt in
kurzen Löschstößen, ebenfalls vom Kopf an abwärts. Entfernen Sie verbrannte
Kleidung. Wenn diese mit der Haut verklebt sind, schneiden Sie um die
Verklebung herum. Kleidung speichert die Wärme und kann so weiteres Gewebe
schädigen.

Tipp 3: Brandverletzungen nicht dauerhaft kühlen

Hautschädigungen treten bei Verbrennungen schon nach wenigen Sekunden ein.
DRK-Bundesarzt Professor Dr. Peter Sefrin rät: „Große Brandwunden nicht kühlen.
Bei kleinflächigen Wunden (bis zur Größe einer Handfläche) kann zur
Schmerzlinderung kurzfristig gekühlt werden. Eine länger andauernde Kühlung mit
Wasser kann bei großflächigen Verletzungen eine Unterkühlung nach sich ziehen.
Bedecken Sie die Wunde mit einem (Brandwunden-)Verbandtuch aus dem
Verbandkasten Ihres Autos. Verbinden Sie dann die Wunde locker und ohne Druck.
Decken Sie den Verletzten gegebenenfalls mit der Rettungsdecke ab, um eine
Auskühlung zu verhindern. `Hausmittel´ wie Salben, Öl oder Mehl gehören
keinesfalls auf eine Brandwunde!“


Tipp 4: Sorgen Sie für Sicherheit!

Grillen Sie ausschließlich im Freien. Nur feste Grillanzünder und Brennpasten
verwenden. Niemals flüssigen Brennstoff auf die heiße Kohle gießen. Halten Sie
einen Eimer mit Löschwasser griffbereit. Achten Sie auf einen sicheren Stand
des Grills. Spielende Kinder und tobende Hunde könnten ihn umwerfen. Alkoholisierte
Personen nicht den Grill bedienen lassen. Klären Sie Kinder ihrem Alter
entsprechend über den Umgang mit und die Gefahren von offenem Feuer auf.



Weitere Erste-Hilfe-Anleitungen unter www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung.html

 

 

Text: DRK-Pressestelle

Bild: BRK

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